Entstehung Herkunft Zukunft

Seit nunmehr 60 Jahren gibt es die SeglerJungenschaft Nürnberg (kurz SJN) als eingetragenen Verein – wir sind damit der älteste Segelverein in Nordbayern. Gegründet wurde die SJN von Hans-Heinrich Hitzler (†2017) als Ausbildungsabteilung für die Schüler der Adolf-Reichwein-Schule in Nürnberg. Über verschiedene Stationen kam sie schliesslich in den 60er Jahren nach Ochsenfurt, wo mit Unterstützung der Stadt Ochsenfurt – insbesondere deren Alt-Bürgermeister Herrn Peter Wesselowsky – im Lauf der Jahre einer der schönsten Sportboothäfen am Main entstand.

Die Segelbegeisterung der Gründerjahre ließ mit der Erschaffung des Fränkischen Seenlandes mit Altmühl- und Brombachsee in den 80er und 90er Jahren spürbar nach. Um das Überleben des Vereins zu sichern entschieden die Verantwortlichen, den Verein für den Motorwassersport zu öffnen. Seither finden auch Motorboote bei uns einen Heimathafen. Aber wehe die Kapitäne können keine Knoten. Da kommt ganz schnell die Bemerkung "Den Poller/die Klampe friert es nicht mehr." Gemeint ist damit, wenn der Bootsführer beim Anlegen den Poller oder die Klampe mit der kompletten übrigen Leine umwickelt hat.

Segeln

Am Main?! Zugegeben, der Main ist zwar nicht so breit wie der Bodensee, aber viel länger. Segeln kann man hier tatsächlich. Und Ihr werdet es nicht glauben, liebe Segelfreunde, aber das Revier ist anspruchsvoller als man glauben mag. Denn das Ufer und damit das nächste "Klar zur Wende? Wende!" kommt schneller und öfter als Du denkst. Unsere erfahrenen Segler sagen sogar wer auf dem Main segeln kann, kann in jedem Revier segeln.

Jugend

Einen hohen Stellenwert hat die Jugendarbeit. Dazu gehört die Segelausbildung. Dem Nachwuchs verantwortungsvolles Verhalten am Wasser zu vermitteln, liegt uns am Herzen. Schaut doch mal auf die eigenen Seiten des SJN-Nachwuchses.

Immer wieder staunten wir welche Phantasie unsere Kinder und Jugendlichen entwickelten. So gab es in den vergangenen Jahren einen Bereich im Hafen, den Erwachsene nur mit Erlaubnis betreten durften. Ein Mädchenlager! Man konnte wirklich nur staunen, welche Spielphantasie die Mädels mit den einfachsten Mitteln entwickelten. Auf einem Surfbrett stehend kreuz und quer durch das Hafenbecken rauschende Mädels gehörten zu der Zeit zum gewohnten Bild. Stand-up-Paddling ist also keineswegs was Neues! Im Unterschied zum Windsurfen erfolgte der Antrieb allerdings mit Paddeln und das Surfbrett war selten mit nur einer Person besetzt. Meist waren zwei oder sogar drei auf einem Surfbrett gemeinsam unterwegs. Besonderen Spaß hatten die Damen als sie der Meinung waren, dass zwei Papas mit auf's Surfbrett müssen. So verwandeln sich Surfbretter in U-Boote. Aus Altersgründen ist das Mädchenlager wieder verwaist. Aus Kindern werden Teenies und junge Erwachsene. Vielleicht gibt es mal ein Jungenlager als Konkurrenz.

Legendär waren auch die Zeltlager in dieser Zeit. Deren Motto war immer "Wir versorgen uns allein." Dazu gehörte auch kochen, spülen, aufräumen, sauber machen, ... und das funktionierte ... ganz ohne Erwachsene.

Leben am Wasser

Unser Mee (fränkisch für Main) mit seinem Wetter ist ein launischer Zeitgenosse, was ihm altersgemäß zusteht. Und so tun wir gut daran einen Plan B zu haben, wenn Flauten u. ä. das Auslaufen nicht gerade verlockend erscheinen lassen.

Eins haben alle Aktiven gemeinsam. Wir lieben das Leben am Wasser. Und dazu gehört viel mehr als Boot fahren. Ausspannen und den Alltag vergessen, die Seele bei Sonnenschein baumeln lassen, den herrlichen Ausblick vom Hafen auf den Main und die vorüber ziehenden Schiffe genießen, Geselligkeit mit den Vereinskameraden, bis hin zu den nie endenden Arbeiten auf und um unser Gelände sind nur Beispiele aus unserem Vereinsleben. So kann es durchaus vorkommen, dass die fränkische Wirtshaustradition kurzer Hand an den Hafen geholt und und sich eine zünftige Runde beim Schafkopfen vergnügt. Ist mangels dieses kurzweiligen Vergnügens Kundigen leider eingeschlafen. Aber vielleicht finden sich wieder mal ein paar begeisterte Schafköpfe (Kartbrüder und -schwestern natürlich 😇). Dann heißt es wieder "Gekart wärd Sonntach um dreii."

Die typische Garmethode des Sommers kommt in keiner Saison zu kurz. Die Gaumenfreuden, die beim Grillen regelmäßig auf den Tisch kommen, lassen einen das Wasser im Mund zusammen laufen.

Wir sind keine Marina

Ein nicht zu vernachlässigenden Teil unseres Vereinslebens besteht aus der Pflege und Instandhaltung unseres Geländes und der Hafenanlagen. Unserer Philosophie "Wir sind keine Marina" folgend machen wir soweit wie möglich alles selbst. Genügend handwerkliches Wissen ist vorhanden. Jedes aktive Mitglied ist gefordert sich entsprechend seiner Fähigkeiten einzubringen. Einen Besen schwingen oder den Rasenmäher bedienen kann jeder ... und es soll Vereinskameraden geben, die ihre handwerkliche Fähigkeiten bei uns erst erlernt haben.

So manches Projekt, was als Provisorium erbaut wurde gibt es heute noch. Nichts ist langlebiger als ein Provisorium. Aber genau solche Dinge machen den Charme unseres Vereins aus. Und wir sind stolz darauf.